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Glossar: Begriffe der Dienstplanung in der Pflege

28 Begriffe aus Personalbemessung, Arbeitszeitrecht und Planung — jeder mit seiner Fundstelle im Gesetz, und dort, wo es keine gibt, mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf.

Personalbemessung und Nachweis

PPBVPflegepersonalbemessungsverordnung
Die Verordnung, die den Pflegepersonalbedarf auf bettenführenden Stationen im Krankenhaus bemisst. Sie zählt keine Betten, sondern Minuten: Pflegefachkräfte stufen jede Patientin einmal täglich in die Stufen A1 bis A4 und S1 bis S4 ein, denen § 12 PPBV Minutenwerte zuordnet. In Kraft seit 1. Juli 2024. PPBV einfach erklärt
PPR 2.0Pflegepersonalregelung 2.0
Das Einstufungsinstrument, das der PPBV zugrunde liegt. Es ist die überarbeitete Fassung der Pflegepersonalregelung aus den 1990er-Jahren und beschreibt, nach welchen Kriterien eine Patientin in die Leistungsstufen der allgemeinen und der speziellen Pflege eingeordnet wird. Wie der Soll-Bedarf entsteht
PeBeMPersonalbemessungsverfahren
Der gebräuchliche Kurzname für das Personalbemessungsverfahren in der vollstationären Pflege nach § 113c SGB XI. Es ermittelt den Personalbedarf aus Bewohnerstruktur und Pflegegraden und teilt ihn nach Qualifikationsniveaus auf. Personalbemessung nach § 113c SGB XI
InEKInstitut für das Entgeltsystem im Krankenhaus
Die Stelle, an die Krankenhäuser ihre PPBV-Daten übermitteln. Quartalsweise bis zum Ablauf des Folgemonats, dazu einmal jährlich eine Gesamtmeldung bis zum 30. Juni, bestätigt von einer Wirtschaftsprüferin (§ 7 PPBV). Wann und an wen gemeldet wird
PpUGVPflegepersonaluntergrenzen-Verordnung
Der Vorläufer und heute die Ergänzung zur PPBV. Sie nennt feste Verhältniszahlen von Patienten je Pflegekraft für pflegesensitive Bereiche, die nicht unterschritten werden dürfen — eine Untergrenze, keine Bedarfsrechnung. Unterschied zur PPBV
VZÄVollzeitäquivalent
Die Rechengröße, in der Personalbedarf angegeben wird. Ein VZÄ ist eine Vollzeitstelle; zwei Halbtagskräfte ergeben ebenfalls ein VZÄ. Alle Personalanhaltswerte der Personalbemessung sind VZÄ je Bewohner, nicht Köpfe. Anhaltswerte je Pflegegrad

Qualifikation und Quote

Fachkraftquote
Der Mindestanteil an Pflegefachkräften am Pflegepersonal einer vollstationären Einrichtung, in den meisten Bundesländern 50 Prozent. Sie steht nicht im Bundesrecht, sondern im Heimrecht des jeweiligen Landes, und die Länder legen unterschiedlich fest, ob je Schicht oder im Durchschnitt geprüft wird. Fachkraftquote in der Pflege
Pflegefachfrau, PflegefachmannPflegefachperson
Die Berufsbezeichnung nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG), seit 2020 der gemeinsame Abschluss der früheren Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege und Kinderkrankenpflege. Wer davor abgeschlossen hat, behält die alte Bezeichnung und zählt für die Quote gleichermaßen. Wer als Fachkraft zählt
PDLPflegedienstleitung
Die verantwortliche Pflegefachkraft einer Einrichtung oder eines Dienstes. Die Qualifikationsanforderungen stehen im Landesrecht und in § 71 SGB XI; regelmäßig verlangt werden eine Fachkraftausbildung, Berufserfahrung und eine Leitungsweiterbildung.
WBLWohnbereichsleitung
Die Leitung eines Wohnbereichs im Pflegeheim, in der Regel mit der Dienstplanung für diesen Bereich betraut. Anders als die PDL ist die Funktion bundesrechtlich nicht geregelt; was sie verantwortet, steht in der Stellenbeschreibung. Wie viele Wohnbereiche ein Heim hat
Praxisanleitung
Die geplante Anleitung Auszubildender im Umfang von mindestens zehn Prozent der praktischen Einsatzzeit (§ 4 PflAPrV). Die Zeit ist im Dienstplan auszuweisen und zählt nicht als Besetzung des Bereichs. Kürzel im Dienstplan

Arbeitszeit

Ruhezeit
Die Zeit zwischen dem Ende eines Dienstes und dem Beginn des nächsten. Nach § 5 ArbZG mindestens elf Stunden; Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen dürfen auf zehn verkürzen, wenn jede Verkürzung innerhalb eines Monats oder von vier Wochen durch eine Ruhezeit von zwölf Stunden ausgeglichen wird. Wenn die elf Stunden nicht eingehalten wurden
HöchstarbeitszeitWerktägliche Höchstarbeitszeit
Acht Stunden je Werktag nach § 3 ArbZG, verlängerbar auf zehn, wenn im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden nicht überschritten werden. Arbeitszeitgesetz im Dienstplan
Bereitschaftsdienst
Anwesenheit am Arbeitsplatz mit der Möglichkeit zu ruhen. Arbeitszeitrechtlich zählt jede Stunde als Arbeitszeit; eine Verlängerung über zehn Stunden hinaus braucht eine tarifliche Grundlage nach § 7 Abs. 1 Nr. 1a ArbZG. Die Vergütung darf tariflich niedriger bewertet werden als die Regelarbeit. Bereitschaftsdienst planen
Rufbereitschaft
Erreichbarkeit außerhalb des Betriebs bei frei wählbarem Aufenthaltsort. Nur die tatsächliche Heranziehung ist Arbeitszeit; die Wartezeit unterbricht die Ruhezeit grundsätzlich nicht. Sie muss vorher vereinbart und im Dienstplan ausgewiesen sein. Muss man im Frei einspringen?
Nachtarbeit
Jede Arbeit, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit von 23 bis 6 Uhr umfasst (§ 2 Abs. 3 und 4 ArbZG). Sie löst einen Anspruch auf angemessene Zuschläge oder bezahlte freie Tage aus, auf arbeitsmedizinische Untersuchungen und auf einen verkürzten Ausgleichszeitraum von vier Wochen. Wie hoch muss der Nachtzuschlag sein?
Arbeitszeitkonto
Das laufende Saldo aus vertraglich geschuldeter und tatsächlich geleisteter Arbeitszeit. Ausgestaltung, Obergrenzen und Ausgleichszeitraum unterliegen der Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG. Ein Minus entsteht zulässig nur dort, wo die Beschäftigten die Lage der Arbeitszeit selbst bestimmen. Minusstunden im Dienstplan

Dienstplanung

Rahmendienstplan
Das wiederkehrende Schichtmuster, aus dem der Monatsplan entsteht. Er legt Lage und Verteilung der Arbeitszeit fest und ist damit bereits mitbestimmungspflichtig, nicht erst der daraus abgeleitete Monatsplan. Rahmendienstplan in der Pflege
Wunschdienstplan
Ein Verfahren, bei dem Beschäftigte vor der Planung eintragen, wann sie arbeiten möchten oder nicht können. Ein Rechtsanspruch auf Berücksichtigung entsteht daraus nicht; verbindlich wird er erst durch eine Betriebs- oder Dienstvereinbarung. Sind Wünsche verbindlich?
SpringerSpringerdienst
Ein im Voraus geplanter Dienst ohne feste Zuordnung, der bei kurzfristigem Ausfall einspringt. Anders als die spontane Anfrage im Frei ist er verbindlich verplant, vergütet und mitbestimmt. Ausfall-Autopilot
Ausfallmanagement
Das geregelte Vorgehen bei kurzfristigem Personalausfall: wer in welcher Reihenfolge angefragt wird, welche Prüfungen vorher laufen und wann eine externe Kraft angefordert wird. Ein Begriff aus der Praxis, nicht aus dem Gesetz. Ausfall-Autopilot
MitbestimmungMitbestimmung beim Dienstplan
Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit und die Verteilung auf die Wochentage unterliegen der zwingenden Mitbestimmung des Betriebs- oder Personalrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG, vorübergehende Schichtverlängerungen nach Nr. 3. Ein ohne Zustimmung in Kraft gesetzter Plan ist mitbestimmungswidrig. Darf der Plan kurzfristig geändert werden?

Einrichtung, Aufsicht und Vergütung

MDMedizinischer Dienst
Die Prüf- und Begutachtungsinstanz der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Er begutachtet den Pflegegrad und prüft die Qualität in Pflegeeinrichtungen. Seit dem 1. Januar 2020 eigenständige Körperschaft; die frühere Abkürzung MDK ist damit überholt.
Heimaufsicht
Die Landesbehörde, die die Einhaltung des Heimrechts überwacht — je nach Land unter anderem Namen, etwa WTG-Behörde in Nordrhein-Westfalen oder FQA in Bayern. Sie prüft unter anderem die Fachkraftquote und kann befristete Ausnahmen erteilen. Wenn die Quote unterschritten wird
Versorgungsvertrag
Der Vertrag zwischen Einrichtung und Pflegekassen nach § 72 SGB XI. Er ist die Voraussetzung dafür, dass Leistungen mit der Pflegeversicherung abgerechnet werden können, und legt Art, Inhalt und Umfang der Versorgung fest.
Pflegesatzvereinbarung
Die Vereinbarung über die Vergütung nach § 85 SGB XI, in der auch die Personalausstattung verhandelt wird. Die Personalanhaltswerte des § 113c SGB XI begrenzen, was hier höchstens vereinbart werden kann — sie zwingen niemanden, diesen Wert auch auszuschöpfen. Mindest- oder Höchstbesetzung?
Pflegegrad
Die Einstufung des Unterstützungsbedarfs von 1 bis 5 nach § 15 SGB XI, ermittelt aus sechs Modulen von Mobilität bis Alltagsgestaltung. Sie bestimmt die Leistungen der Pflegeversicherung und geht in die Personalbemessung nach § 113c SGB XI ein. Anhaltswerte je Pflegegrad
TVöD-PTVöD Besonderer Teil Pflege
Der Tarifvertrag für Pflegekräfte im öffentlichen Dienst der Kommunen. Er regelt unter anderem Zuschläge, Zusatzurlaub für Wechselschicht und Ausgleichszeiträume — und geht dem Arbeitszeitgesetz dort vor, wo dieses eine tarifliche Öffnung vorsieht. Zusatzurlaub in der Pflege

Stand: 18. September 2026

Diese Seite fasst den Regelungsstand allgemein verständlich zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Landesrecht und Tarifverträge können abweichen; verbindlich ist immer der Gesetzestext in seiner geltenden Fassung. Für die Bewertung des eigenen Hauses sind die Einrichtungsleitung und deren rechtliche Beratung zuständig.

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