Auswertung · Vollstationäre Pflege
Wie viele Wohnbereiche hat ein Pflegeheim?
Im Bundesschnitt 2,6. Die Zahl steht in keiner Statistik. Sie ergibt sich aus 16.505 Pflegeheimen mit durchschnittlich 78 Plätzen bei rund 30 Plätzen je Wohnbereich. Diese Seite legt die Rechnung, die Streuung und die Grenzen offen.
Auf einen Blick
- Ergebnis
- 2,6 Wohnbereiche je Pflegeheim im Bundesschnitt.
- Rechnung
- 78 Plätze je Heim ÷ 30 Plätze je Wohnbereich = 2,6.
- Datengrundlage
- Destatis Pflegestatistik 2023: 16.505 vollstationäre Pflegeheime, im Schnitt 78 Plätze je Heim.
- Streuung
- Landgemeinden 61 Plätze, Großstädte 94. Kommunal 90, gemeinnützig 79, privat 77.
- Status
- Ableitung aus zwei belegten Größen, kein gemessener Wert. Siehe Abschnitt „Was diese Zahl nicht ist“.
Warum es die Zahl nicht einfach zum Nachschlagen gibt
Die amtliche Pflegestatistik zählt Einrichtungen, Plätze, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Personal. Den Wohnbereich zählt sie nicht. Er ist keine Kategorie des Statistischen Bundesamtes, sondern eine Organisationsentscheidung des jeweiligen Hauses, und in den Landesheimgesetzen nicht in einer Größe festgeschrieben.
Wer die Zahl trotzdem braucht, für eine Personalkalkulation, eine Ausschreibung, einen Förderantrag oder ein Preismodell, muss sie aus zwei Größen zusammensetzen, die es gibt: der durchschnittlichen Heimgröße und der üblichen Größe eines Wohnbereichs.
Die Rechnung, Schritt für Schritt
- Wie groß ist ein Pflegeheim? Die Pflegestatistik 2023 des Statistischen Bundesamtes weist 16.505 vollstationäre Pflegeeinrichtungen aus, mit durchschnittlich 78 Plätzen je Heim. Die Spannweite ist erheblich: In Landgemeinden liegt der Schnitt bei 61 Plätzen, in Großstädten bei 94. Nach Trägerschaft: kommunal 90, freigemeinnützig 79, privat 77.
- Wie groß ist ein Wohnbereich? Hier gibt es keine Statistik, aber einen gefestigten Fachstandard. Rund 30 Plätze gelten als praktisch bewährte Obergrenze, also die Größe, ab der ein Bereich für eine Wohnbereichsleitung noch übersichtlich steuerbar bleibt. Die übliche Spannweite in der Fachliteratur und Beratungspraxis liegt bei 20 bis 40 Plätzen.
- 78 ÷ 30 = 2,6. Das ist das Ergebnis, und zwar bewusst gerechnet mit dem größten gebräuchlichen Divisor. Mit 25 Plätzen je Wohnbereich wären es 3,1, mit 20 Plätzen 3,9. Wir nennen die niedrigste plausible Zahl, nicht die günstigste.
Was diese Zahl nicht ist
Sie ist eine Ableitung, kein Messwert. Niemand hat 16.505 Häuser angerufen und ihre Wohnbereiche gezählt. Die Zahl ist so gut wie ihre beiden Eingangsgrößen und der Divisor, und alle drei stehen oben offen.
Sie ist ein Bundesschnitt. Für ein einzelnes Haus ist sie ohne Aussage. Ein Heim mit 61 Plätzen auf dem Land führt eher zwei Wohnbereiche, ein Großstadthaus mit 94 Plätzen eher drei bis vier. Wer für die eigene Einrichtung rechnet, nimmt die eigene Platzzahl.
Sie beschreibt Pflegeheime, keine Kliniken. Die Station im Krankenhaus folgt einer anderen Logik und einer anderen Rechtsgrundlage; für den Personalnachweis dort gilt die Pflegepersonalbemessungsverordnung, nicht § 113c SGB XI.
Wofür die Zahl im Alltag gebraucht wird
Der Wohnbereich ist die Einheit, in der Pflegeeinrichtungen tatsächlich planen. Dienstpläne werden je Wohnbereich geschrieben, die Fachkraftquote wird je Wohnbereich eingehalten, Ausfälle werden zuerst innerhalb des Wohnbereichs kompensiert. Wer die Personalausstattung eines Hauses hochrechnet, rechnet deshalb selten mit Plätzen und fast immer mit Bereichen.
Aus demselben Grund rechnet auch Nurvo je Wohnbereich ab und nicht je Mitarbeiterin oder Mitarbeiter: Die Bezugsgröße soll die sein, in der das Haus ohnehin denkt.
Und in der Praxis?
Woher diese Auswertung stammt
Die Herleitung ist im eigenen Finanzmodell entstanden, weil dort eine belastbare Zahl gebraucht wurde und der bis dahin verwendete Platzhalter unbelegt war. Wir veröffentlichen sie, weil die Frage offenbar häufiger gestellt als beantwortet wird. Wer die Rechnung für falsch hält, sieht oben alles, was er zum Widerlegen braucht.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Pflegestatistik 2023, Zahl der vollstationären Pflegeeinrichtungen und verfügbaren Plätze, aufgegliedert nach Gemeindegrößenklasse und Trägerschaft.
- Fachpraxis zur Wohnbereichsgröße: Veröffentlichungen von ppm-online und der Kämmer Beratungsgesellschaft zur steuerbaren Bereichsgröße in der vollstationären Pflege (übliche Spannweite 20 bis 40 Plätze, rund 30 als bewährte Obergrenze).
Stand der Auswertung: September 2026. Sobald aus Einrichtungsgesprächen gemessene Werte vorliegen, ersetzen wir die Ableitung durch den Ist-Wert und nennen die Stichprobengröße dazu.
Weiterlesen
- Fachkraftquote in der PflegeDie 50-Prozent-Regel je Wohnbereich, wer als Fachkraft zählt und was bei Unterschreitung passiert.
- Personalbemessung nachweisenWie der Nachweis nach § 113c SGB XI und PPBV aus dem laufenden Dienstplan entsteht.
- Dienstplan PflegeheimPlanung je Wohnbereich, Ausfallmanagement und Regelprüfung für die vollstationäre Pflege.
Je Wohnbereich planen statt je Tabelle
Nurvo plant in der Einheit, in der Ihr Haus ohnehin denkt, und führt den Personalnachweis aus demselben Plan.
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